Auf Kohlfahrt zum Brautpaar
Hier eine Geschichte unserer Bekannten aus Niedersachsen:
Es war ganz schön was los, im Dezember in Niedersachsen. Tausende von Grünkohlgesellschaften zogen übers Land, denn aufgrund des späten Frostes in diesem Jahr mussten die Kohlfahrten immer wieder verschoben werden und fanden dann alle am Vortag des 2. Advent auf einmal statt. Und zu unserem Hochzeitstermin. Ursprünglich wollten wir ja im November heiraten, doch da wir und unsere Familien und Freude alle fanatische Kohlfahrt-Anhänger sind, haben wir alle Hochzeit Einladungskarten noch einmal geändert und den Termin in den Dezember gelegt, in der Meinung, bis dahin würde die Kohlernte abgeschlossen sein.
Doch leider wollte und wollte es keinen Frost geben, sodass der Kohl weiter wuchs und mit ihm auch unsere Besorgnis, ob wir die Kohlfahrten wohl noch vor unserer Hochzeit über die Bühne bringen würden. Denn da wir im letzen Jahr Kohlkönig und Kohlkönigin geworden waren, waren wir in diesem Jahr für die Organisation der Kohlfahrt verantwortlich. Es kam, wie es kommen musste. Gerade als wir die letzten Hochzeitsvorbereitungen und die Planung der Feier abgeschlossen hatten, das Brautkleid fertig und günstige Titanringe gekauft waren, kam der erste Frost. Sofort danach muss die Kohlfahrt stattfinden, doch konnten wir unsere Hochzeit nun nicht noch einmal verschieben.
Also machten wir aus der Not eine Tugend und banden die Kohlfahrt einfach in unsere Hochzeitsfeier mit ein. Nach der Trauung fuhren wir und alle unsere Gäste nicht mit den Autos in die Gaststätte zum feiern, sondern liefen die 7 Kilometer zum Gasthof. Dafür hatten wir uns extra noch bequeme Schuhe eingepackt und eine warme Jacke, die ich kurzerhand übers Brautkleid zog und allen voran marschierte. Die frische Luft tat uns allen gut und wir freuten uns schon auf das Grünkohlessen, das wir einfach anstelle des Hauptganges vom Hochzeitsmenü setzen konnten. Und so ging unsere Hochzeit als die „Grünkohlhochzeit“ in die Annalen unserer Familienchronik ein