Grünkohl auf Mecklenburgisch: mit Kasseler und Schweinebacke
Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind winterliche Grünkohlfahrten inzwischen Tradition. Hier lernt man den Grünkohl, auf pommersch auch „Gräunkohl“ genannt, mal von einer anderen Seite kennen. Am liebsten verspeist man ihn hier mit Kasseler und Schweinebacke, wobei das Fleisch zusammen mit dem Kohl gekocht wird, wodurch er einen besonders herzhaften Geschmack bekommt.
Dazu wird der geschnittene Kohl zunächst in reichlich kochendem Wasser kurz gekocht. Währenddessen werden in einer Pfanne fein gehackte Zwiebeln in Schmalz glasig geschmort. Hier wird dann der Kohl mit etwas Brühe hinzugegeben, das Kasseler oder die Schweinebacke mit in die Pfanne gelegt und das Ganze für eine halbe Stunde lang geschmort. Würzen kann man je nach Geschmack mit Salz und Pfeffer und auch mit Muskat oder Piment. Danach das Fleisch herausholen und warmstellen, und nun zum Binden des Kohls Haferflocken unterrühren und mit etwas Senf verfeinern.
Probieren kann man diese nordostdeutsche Grünkohl-Version entweder während einer Kohlfahrt oder auch wenn man in einem Usedom Hotel Urlaub macht. Dazu sucht man sich aber am besten kein schickes Restaurant, sondern eine kleine gemütliche Gaststube. Obwohl die traditionellen Grünkohl-Gerichte viele Liebhaber aus allen Himmelsrichtungen anziehen, sind sie nach wie vor sehr preisgünstig und vielfältig.
Vielleicht probieren Sie den Grünkohl auch einfach mal als Grünkohlsuppe, wie wir es im letzten Jahr im Zingst Hotel getan haben. Das war an einem besonders kalten und stürmischen Wintertag, und wir waren von der Wanderung an der frischen Luft nicht nur hungrig, sondern auch ziemlich durchgefroren. Nichts hätte uns schneller und besser erwärmen können als diese dicke Grünkohlsuppe mit ihren großen Schinkenspeckwürfeln und dem sahnigen Geschmack. Jeder, der glaubt, Grünkohl wäre nur ein Armeleuteessen, der sollte diese Suppe mal probieren, nach der sich wahrscheinlich jeder König alle 10 Finger lecken würde!